Roxi

April 2018

Roxi ist jetzt 12 Jahre alt und hat die meiste Zeit ihres Lebens auf der Straße in Kiew verbracht.
Sie musste immer kämpfen. Hunger, Krankheiten, Gewalt, Kälte. Sie hat mehrere Welpen geboren und fast alle verloren.
Irgendwann wird sie eingefangen und kastriert, aber niemand will ihr ein Zuhause geben.
Im letzten Winter hat sie keine Kraft mehr. An ihrem Gesäuge hat sich ein Tumor gebildet, der fast die Größe eines Fußballs hat. Sie ist abgemagert, schon das Laufen fällt ihr schwer.
Sie ist sogar zu müde um Angst zu haben. Sie lässt sich widerstandlos einfangen und wird von unseren Volontären in den Pensionszwinger gebracht. In der Ukraine lehnen de Ärzte eine Operation ab, weil sie ihr keine Überlebenschance geben.
Wir haben lange überlegt. Der Verstand sagte, lasst sie gehen.
Das Herz sagte, schenkt ihr noch eine Zeit in Geborgenheit.
Das Herz hat gesiegt.
Wir haben Roxi mit dem letzten Transport in eine Klinik in Polen gebracht, wo ihr Tumor entfernt werden konnte. Roxi ist in der Narkose nicht für immer eingeschlafen, sie hat wieder gekämpft, lief schon einen Tag nach der OP durch den Klinikgarten.
Vor zwei Wochen haben wir sie abgeholt und in eine wunderbare Pflegestelle gebracht. Ihre riesige Wunde am Bauch ist seit gestern geschlossen. Sie liebt es in der Sonne zu liegen und sie liebt es gestreichelt zu werden. Sie macht Erkundungsgänge im Garten und hat Appetit für zehn.
Sie hat zum ersten Mal in ihrem Leben ein Zuhause, wo sie umsorgt und geliebt wird und wenn wir sie sehen, wissen wir, dass es die richtige Entscheidung war.
Egal, wieviel Zeit sie noch hat.
Wir würden uns freuen, wenn ihr uns bei den Kosten für Roxi unterstützen würdet.

 

Die ersten Fotos oben entstanden noch in der Ukraine, wo Roxi auf der Straße lebte, eingefangen und für die Ausreise vorbereitet wurde. In der Klinik in Polen wurde ihr Tumor entfernt.

 

 

In ihrer Pflegestelle in Deutschland erholt sie sich sehr gut. Dank der sorgfältigen Pflege ihrer Wunde heilt sie nach gut zwei Wochen schon fast vollständig zu und Roxi braucht endlich keinen Trichter mehr.

Sie lässt alle Behandlungen geduldig über sich ergehen und fasst langsam Vertrauen. Vor Fremden hat sie große Angst und ergreift sofort die Flucht. Sie musste sicher viele schlimme Erfahrungen machen. Ihr eingedrücktes Brustbein resultiert wahrscheinlich von einem starken Tritt.

Vom Labor gibt es Entwarnung. Keine Parasiten, keine Demodex. Sie hat auch schon zugenommen und wird immer munterer.

"Roxi lehrt mich viel.
Ihr unbedingter Freiheitswille, in ihrem Bereich.
Halsband und Leine machen ihr Angst.
Sie zieht ihre Bahnen, festgelegt von ihr selbst.
Zieht sich zurück, dann steht sie auf einmal da, strahlt mich an und wedelt.
Ich muss ihr wohl ein Häuschen im Garten bauen, bevor der Winter kommt.
Wenn sie auf ihrem Platz im Haus schläft, darf ich ganz eng bei ihr sein, das mag sie.
Essen auch. 😀
Ihre Prognose war maximal drei Monate Lebenserwartung.
Pah, wir planen schon mal..."